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Das alte Schlesien lebendig halten Festakt zum Doppeljubiläum 30 Jahre Verein Haus Schlesien und 25 Jahre Haus Schlesien
Von TORSTEN PELKA
10.11.2003 22:34 Uhr
KÖNIGSWINTER-HEISTERBACHERROTT. Mehr als 200 Gäste, unter ihnen Dr. Herbert Hupka, ehemaliger Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien, hatten sich am Sonntag im Museum von Haus Schlesien eingefunden, um gleich zwei Jubiläen zu begehen: Zum einen das 30-jährige Bestehen des Vereins Haus Schlesien, zum anderen das 25-jährige Bestehen von Haus Schlesien selbst, das seinerseits in dem damals stark verfallenen Fronhof in Heisterbacherrott eingerichtet wurde.
Als besonderer Akzent waren zahlreiche Teilnehmer in typisch schlesischen Trachten erschienen. Wie Reinhard Blaschke, Präsident des Vereins Haus Schlesien, in seiner Festansprache ausführte, galt es, den im Westen sesshaft gewordenen Schlesiern ein „Viereck der Geborgenheit" zu schaffen. Wie sich die Landschaft Schlesiens in der Rheinlandschaft widerspiegelt, ist Blaschke überzeugt, dass viele Schlesier hier eine neue Heimat gefunden haben. Laut Blaschke war und ist „Haus Schlesien" ein Ort, an dem Gedanken, Brauchtum und Erinnerungsstücke das alte Schlesien lebendig halten.
Besonders wies Blaschke darauf hin, „keiner braucht die Geschichte der Schlesier und ihres Landes neu zu schreiben". Dies sei allerdings kein Blick nur in die Vergangenheit, so die geschäftsführende Vizepräsidentin Petra Meß- bacher. Nicht zuletzt in einem immer enger zusammenrückenden Europa könne „Haus Schlesien" eine wichtige Aufgabe erfüllen. Es solle nicht nur an die „alte Heimat" erinnern, sondern auch die Kultur und Geschichte Schlesiens, ein Stück Allgemeinbildung, vermitteln.
Im Zeitraum von 30 Jahren habe sich viel gewandelt. So sei das Verhältnis zu Polen inzwischen deutlich entspannter als noch vor zehn Jahren. In ihren Grußworten würdigten Rhein-Sieg-Landrat Frithjof Kühn und Königswinters Bürgermeister Peter Wirtz sowohl Wirken als auch Bedeutung des Hauses Schlesien. Die Verbindung in die Heimat stellte ein „Grußwort aus der Heimat" von Prälat Mikolaj Mrosz von der katholischen Pfarrgemeinde in Nysa (ehemals Neisse) her.
Nach Einschätzung von Schatzmeister Dr. Fritz-Jürgen Kador ist nach der drohenden Insolvenz die finanzielle Situation des Hauses Schlesien inzwischen wieder deutlich entspannter. Jedoch ohne Zuwendungen von außen sei der gemeinnützige Teil der Aktivitäten - wie beispielsweise das Museum - auf Dauer nicht zu finanzieren.
Mit den „Drischner Variationen für Klavier" nach Benninghoff war der Festakt durch Prof. Dr. Norbert Linke am historischen Flügel Gerhart Hauptmanns eröffnet worden. Auf Gedichte von Gerhart Hauptmann gehen auch die Lieder „Die Welt hat manche Straße" und „Wo ich daheim bin" für Gesang und Klavier zurück, die Linke gemeinsam mit Opernsänger Rudi Girth vortrug.
Musikalisch auch der Abschluss des Festaktes: Melancholisch erklang das Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit" - und schlug den Bogen von Schlesien ins Rheinland. Denn dieses Lied stammt von August Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio, dem rheinischen Volksliedsammler, geschaffen 1838.
(KR) © 2002 Kölnische Rundschau
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