Archiv 2003

Seit 25 Jahren ein Zentrum für Schlesier
Am Sonntag feiert der Verein sein 30-jähriges Bestehen - Kulturgut pflegen und dokumentieren

KÖNIGSWINTER. Der Verein Haus Schlesien besteht seit 30 Jahren. Und 25 Jahre wiederum ist es her, dass der alte Fronhof von der Stadt Königswinter erworben wurde. Grund genug, das am Sonntag, 9. November zu feiern.

Das Haus Schlesien wurde als Zentrum im Westen für Schlesier und Nichtschlesier mit viel Idealismus und unter großen Opfern aller Beteiligten geschaffen. Dieser Festtag wird mit Mitgliedern, Freunden und Förderern des Hauses in einer besonderen Feierstunde ab 10.3O Uhr im großen Museumsraum und im Eichendorff-Saal begangen.

Landrat Frithjof Kühn und der Bürgermeister der Stadt Königswinter, Peter Wirtz, werden Grußworte sprechen. Die Festrede hält der Präsident des Vereins, Reinhard Blaschke. Es wird mit etwa 250 Gästen gerechnet. Den musikalischen Rahmen gestaltet Prof. Dr. Norbert Linke am historischen Flügel Gerhart Hauptmanns, der mit Hilfe der Erika Simon - Stiftung  erworben werden konnte.

Haus Schlesien hat sich Aufgabe gemacht, schlesisches Kulturgut zu pflegen und zu dokumentieren. Der Austausch und die rege Kontaktpflege zu polnischen und tschechischen Universitäten durch mehrmals im Jahr stattfindende verständigungspolitische Seminare „Schlesische Begegnungen“  im  Haus Schlesien ist ein Pfeiler dieses Bemühens. Das Bundesministerium des Innern fördert diese Seminare seit nunmehr acht Jahren, auch mit der Zielsetzung, junge polnische und tschechische Germanistikstudenten mit der Geschichte Schlesiens vertraut zu machen und verständigungspolitische sowie emotionale Brücken in einem zusammenwachsenden Europa zu schlagen.

Das Museum für schlesische Landeskunde im Haus Schlesien zeigte in den vergangenen 15 Jahren fast 200 Sonderausstellungen zu unterschiedlichsten Themen der schlesischen Kunst und Kultur. Zunehmende Kooperationen mit polnischen Museen führen zu neuen Perspektiven. Im größten schlesischen Zisterzienserkloster in Leubus an der mittleren Oder findet zurzeit eine Jahresausstellung des Museums für schlesische Landeskunde „Die Oder“ statt.

Quelle: Rhein-Zeitung vom 7. November 2003