Presseecho 2005

Verjüngungskur für Haus Glatz und Haus Oder
Das Haus Schlesien in Heisterbacherrott verbaut seine Finanzspritze aus dem Bonn/Berlin-Ausgleichstopf - Acht Gästezimmer werden modernisiert und die EDV-Anlage überarbeitet - Sommerfest am Sonntag

Von Uta Effern-Salhoub

Baumaterial zum Einziehen von neuen Decken und Wänden wird vor den Toren von Haus Schlesien angeliefert. Foto: Homann

Heisterbacherrott.
Die Eichentore von Haus Schlesien erleben ein reges Kommen und Gehen. Drinnen hämmern und bohren Putzer und Elektriker, Sanitärinstallateure und Trockenbauer. Sie müssen sich beeilen: In acht Zimmern, die zurzeit eine Rundumerneuerung durchmachen, wollen sich in knapp drei Wochen Gäste in frischen Laken räkeln und in nagelneuen Badezimmern duschen. Laut Belegungsplan wird Haus Schlesien Anfang September komplett ausgebucht sein.

Die Geschäftsführerin von Haus Schlesien, Petra Meßbacher, ist zuversichtlich, dass der Umbau der Räume bis dahin pünktlich abgeschlossen ist. Im ersten Stock von "Haus Oder" und im Dachgeschoss von "Haus Glatz" wird seit Anfang Juli kräftig gewerkelt. Beide Etagen wurden komplett entkernt. Vier alte Dachgeschosszimmer in Haus Glatz - die letzten im ganzen Haus ohne Dusche und WC - verwandeln sich zurzeit in drei moderne Räume mit jeweils eigenem Bad.

Zusätzlich erhält Haus Glatz eine schicke Dachgaube im Aufgang, so "dass auch ein 1,90-Meter-Mann mit Blick ins Grüne die Treppe hochgehen kann", sagt Meßbacher. Uralte Decken kamen bei der Renovierung zum Vorschein, nur aus "Holz und Lehm und Naturmaterialien, wie sie früher verwendet wurden", berichtet die Geschäftsführerin. Die alte Bausubstanz ist nun passé: "F-90-Decken" - "Feuerwiderstand 90 Minuten" - haben Einzug gehalten.

Damit nicht genug der Bauaktivitäten in Haus Schlesien: Die Toilettenanlage im Haupthaus "Breslau" wird saniert, außerdem die sanitären Anlagen vor der Rübezahlstube erweitert. Und: Die EDV-Server-Anlage, von der 15 Bildschirmarbeitsplätze abhängen, wird überarbeitet. Die Modernisierungen in dem Heisterbacherrotter Kulturzentrum kommen nicht von ungefähr.

275 000 Euro aus dem Ausgleichstopf

Bevor der Bonn-Berlin-Ausgleichstopf vergangenes Jahr endgültig geschlossen wurde, hat Haus Schlesien daraus noch 275 000 Euro erhalten. Das entspricht laut Meßbacher rund 77 Prozent der in die jetzigen Umbauten und Sanierung investierten Summe. "Wir sind dem Bund dankbar, dass er trotz manchmal unterschiedlicher Ansichten darüber, ob das Haus als Zuwendungsempfänger unter die Vorgaben des Ausgleichsfonds fällt, es als kulturellen Anlaufpunkt im Siebengebirge anerkannt hat und auf diese Weise fördert", sagt Meßbacher.

Reichlich zu tun haben Trockenbauer und Putzer zurzeit in den entkernten Hotelzimmern. Foto: Homann

Sie sieht das Kultur- und Bildungszentrum auf gutem Weg: "Es sind Linie und Perspektive da." Beim Schuldenabbau, der das Haus vor rund vier Jahren an den Rand einer existenzbedrohenden Krise gebracht hatte, sei man auf gutem Weg, "in ruhigem Fahrwasser", sagt die Geschäftsführerin.

Um das Gemäuer des alten Fronhofes zu erhalten, wird eigentlich beständig Geld gebraucht. "2004 haben wir mehr als 100 000 Euro in Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten investiert." Zwischen 9 000 und 10 000 Übernachtungen im vergangenen Jahr und die rege Nachfrage sowohl nach den musealen Angeboten als auch nach der Gastronomie und den Hotelzimmern bestätigen laut Meßbacher aber den Kurs des Hauses und die Notwendigkeit von Modernisierungen.

Weiterverfolgen will man nach ihren Worten das Projekt "Seniorenresidenz im Park". Der Optionsvertrag mit dem ursprünglich avisierten Investor ist zwar nicht verlängert worden. Am Vorhaben als solchem halte man aber fest und sei zuversichtlich, "dass in irgendeiner Form in diesem Jahr eine wegweisende Entscheidung fällt". Zunächst aber freut man sich aufs Sommerfest am kommenden Sonntag ab 10 Uhr, zu dem Haus Schlesien wieder viele Gäste aus nah und fern zu Musik, offenem Singen, Trachtentänzen, Speis und Trank erwartet.

Quelle: General-Anzeiger online vom 17.08.2005