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Von Christine Kensche
KÖNIGSWINTER. Hochöfen, exotische Straßenmädchen und die Alpen - in der Sonderausstellung ,,Reiseimpressionen des Malers Wolf Röhricht" im Haus Schlesien sieht der Besucher ,,mit den Augen eines Künstlers". Zum Anlass seines 50. Todestages erinnert das Museum für schlesische Landeskunde mit rund 50 Objekten an das vielseitige Werk Wolf Röhrichts (1886-1953), eines Künstlers der ,,verlorenen Generation". ,Röhricht hatte in seinem Oeuvre drei Schwerpunkte: Porträts, Industriedarstellungen und Landschaften", erklärt Beate Sass, Kuratorin des Museums. Nach mehreren Retrospektiven seines Gesamtwerks hat das Haus Schlesien nun den thematischen Schwerpunkt auf Röhrichts Landschaftsbilder gelegt. Ölbilder und Lithografien, aber vor allem Aquarelle vermitteln die vielfältigen Eindrücke seiner zahlreichen Reisen nach Frankreich, Italien, Ägypten, Tunesien, durch Deutschland, die Schweiz und in die Alpen. ,,Als Röhricht anfing zu malen, galt die Aquarelltechnik noch als minderwertige Kunstform", erzählt Beate Sass. Doch gerade für diese Technik begeisterte sich der Jurist, der nach seiner Promotion eine zweijährige Kunstausbildung in Paris abschloss. Ab 1914 stellte Wolf Röhricht regelmäßig in der Berliner Sezession aus. Nach dem Ersten Weltkrieg konnte er als Vorstandsmitglied der Münchner Sezession die deutsche Kunstszene entscheidend mitgestalten. ,,Aquarell ist eine Technik, die es erlaubt, Stimmungen sehr schnell festzuhalten", so Saß. Gerade das dürfte für Röhricht den Reiz dieser Kunstform ausgemacht haben: Seine besondere Liebe zu den Berglandschaften mit ihren rasch wechselnden Stimmungen konnte er auf diese Weise gut ausdrücken. Röhricht perfektionierte die ,,Nass-in-nass-Technik" - zu sehen ist das in einem Bild vom Siebengebirge vom Plittersorfer Ufer aus. Es war wohl das Zarte, Romantische, das ihn ins Siebengebirge gezogen hat", sagt Beate Sass.
Zu sehen sind die Reiseimpressionen noch bis zum 14. September im Museum fiir schlesische Landeskunde, Haus Schlesien, Heisterbacherrott.
Quelle: General-Anzeiger vom 18. Juni 2003
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