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Große Resonanz herrscht bei der Tagung zum Denkmalschutz, die zurzeit im Haus Schlesien stattfindet. FOTO: FRANK HOMANN
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HEISTERBACHERROTT. In Polen kennt man Stephan Kaiser inzwischen. Der Leiter des Museums für schlesische Landeskunde im Haus Schlesien in Heisterbacherrott organisiert seit Jahren Ausstellungen und Projekte in Zusammenarbeit mit polnischen Universitäten und Organisationen.
Durch diese Arbeit kennt Kaiser viele wichtige Ansprechpartner vor Ort. So wurde er auch er im vergangenen Jahr angesprochen, als in Schlesien erstmals der „Tag des Denkmals" durchgeführt werden sollte. Polen, zu dem Schlesien heute zum größten Teil gehört, nimmt zwar wie inzwischen 47 andere europäische Länder bereits seit Jahren an den europaweiten ,,European Heritage Days" teil, bei denen einmal im Jahr sonst nicht zugängliche Denkmäler besichtigt werden können. Doch Schlesien war an dieser Aktion bisher nicht beteiligt.
„Im Handumdrehen" konnte Kaiser, wie die Pressesprecherin von Haus Schlesien, Nicola Remig, sagt, 17 Partner dafür gewinnen, ihre Denkmäler zu öffnen. Etwa das ehemalige Kloster Leubus, wo es Führungen durch den Dachstuhl gab. Nach dem erstaunlichen Erfolg des 2004 in kürzester Zeit aus dem Boden gestampften Projektes sollen in diesem Jahr weitere Teilnehmer gewonnen werden. Das Haus Schlesien ist daher in dieser Woche zwei Tage lang Schauplatz einer internationalen Tagung zu diesem Thema.
Die Resonanz ist dabei groß: Knapp sechzig Teilnehmer wurden am Dienstagabend in der Heisterbacherrotter Einrichtung begrüßt. Ziel der Gespräche ist es, Kontakte herzustellen, Erfahrungen aus dem letzten Jahr auszutauschen und konkrete Absprachen für dieses Jahr zu treffen.
2005 lautet das polnische Thema „Schlösser, Parks und Gärten". Auf Grund der hohen Beteiligung an der Tagung rechnet Nicola Remig damit, dass in diesem Jahr in Schlesien rund 40 Denkmäler zu besichtigen sein werden. Nachdem zum ersten „Tag des Denkmals" in Schlesien nur eine kleine Abordnung vom Haus Schlesien anreiste, wird es diesmal mehrere Busreisen geben. Die Fahrten führen von Königswinter und Görlitz aus am 17. und 18. September nach Schlesien.
Probleme mit Ressentiments wegen der Zusammenarbeit mit den Deutschen habe sie in Polen nicht erlebt, sagt Remig. „Die Arbeit ist in die Zukunft gerichtet", so die Pressesprecherin. Es bestünde in beiden Ländern ein gemeinsames Interesse am Erhalt des kulturellen Erbes. „In den vergangenen zehn bis 15 Jahren hat sich da viel geändert".
Die neue Offenheit kommt auch in den Besuchen und Praktika von polnischen Studenten, die mehrmals jährlich im Haus Schlesien stattfinden, zum Ausdruck. Wie wichtig solche Aktionen sind, hat auch die Politik entdeckt. So kamen zur Begrüßung der Gäste gestern Morgen die stellvertretende Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises sowie Bürgermeister Peter Wirtz und ein Vertreter des sächsischen Staatsministeriums des Innern. Heute wird Wolfgang Käppler als Vertreter des Bundesbeauftragten für die Angelegenheiten der Kultur und der Medien im Haus Schlesien erwartet.
sdy Quelle: General-Anzeiger vom 27.01.2005
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